Zusammenspiel

Die Vorführung eines Konzertes erfordert viele Instrumente. Ein Klavier oder eine Geige alleine reichen nicht. Es reicht auch nicht, wenn jeder einfach drauf los spielt oder meint, sein Instrument sei wichtiger als alle anderen. Es kommt auf das rechte Zusammenspiel an.

Zu einer funktionierenden Wirtschaft der Lebensfülle gehören viele Instrumente – doch darf sie durch keines ihrer Instrumente definiert oder dirigiert werden.

Zum Beispiel ist der „Markt“ eine Kategorie von Instrumenten, die im Sinne der Lebensfülle nützlich sein können, sofern sie entsprechend gestaltet sind. Deshalb wäre eine Wirtschaft der Lebensfülle eine Wirtschaft mit Märkten, aber keine Marktwirtschaft. Desweiteren würde eine Wirtschaft der Lebensfülle die wichtige Rolle der Selbstversorgung anerkennen, wäre aber deshalb keine Selbstversorgungs- oder Subsistenzwirtschaft.

Ähnliches gilt für weitere Kategorien von Instrumenten wie „Staat“, „Eigentumsrechte“, „Geld“, „Zivilgesellschaft“, „Commons“, „Genossenschaften“, „Grundsicherung“, „öffentlicher Dienst“ usw. sowie für einzelne Methoden wie z. B. Soziokratie und systemisches Konsensieren. Sie alle sollen in einer Wirtschaft der Lebensfülle eine Rolle spielen, und sie müssen gut zusammenspielen. Doch darf sich die Wirtschaft der Lebensfülle auf keines dieser Instrumente reduzieren lassen, denn sonst wird ein Mittel zum Zweck. Der Zweck ist die Wahrung und Mehrung der Lebensfülle.

Soweit reicht die Analogie mit einer Konzertvorführung – doch hier endet sie, denn eine Wirtschaft der Lebensfülle muss ohne Dirigenten auskommen! Sie braucht stattdessen gute, offene Kommunikation unter den Mitspielenden, und Strukturen, die eine solche Kommunikation ermöglichen. Sie ist eher vergleichbar mit einer andauernden Jam-Session, zu der immer wieder Musiker hinzutreten oder abtreten.

Vertiefende Erklärungen, wie ich mir den Weg zu einer Wirtschaft der Lebensfülle vorstelle, sind in den Publikationen zu finden.

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