Die Hitzerekorde und die Trockenheit in Europa sind seit diesem Sommer etwas aus den Schlagzeilen geraten. Und doch sind sie noch im Oktober genau so sichtbar wie im August und September.
Hier ein paar Beispiele vom Neckar, in fußläufiger Entfernung meiner Wohnung.
Am 6. September, Anlegestelle des Mannheimer Rudervereins Amicitia von 1876:

Die Anlegestelle war zu diesem Zeitpunkt vom Neckar getrennt. Eine Behelfsanlegestelle musste weiter draußen errichtet werden. Auf so einem Tiefstand habe ich das Wasser des Neckars niemals gesehen.
Normalerweise kann man direkt von der Anlegestelle aus mit dem Boot fahren, wie auf der Webseite des Vereins dargestellt.
Dieselbe Stelle am 4. Oktober:

Das Wasser steht noch niedriger als im September. Die beiden Inseln links und rechts sind mit dem Flussufer verbunden und können trockenen Fußes erreicht werden. Die paar Regenfälle, die es seit Anfang September gegeben hat, konnten offenbar gegen die Verdunstung durch hohe Temperaturen nicht ankommen, und haben höchstens den Böden ein bisschen Feuchtigkeit zugeführt.
Direkt gegenüber, an der Anlegestelle der Mannheimer Rudergesellschaft Baden von 1880, habe ich am 4. Oktober (und niemals zuvor) festgestellt, dass ein breiter Streifen Schlick an die Oberfläche des Wassers getreten ist:

Neckar direkt flussabwärts von der Kurpfalzbrücke in Mannheim
31.8.26 1.9.26 8.9.26

Ende August wurde ein versenktes Fahrrad an einer flachen Stelle des Neckars sichtbar. Am 1. September brach ein Teil des Lenkers durch die Oberfläche. Eine Woche später war schon eine kleine Insel dort. Wasservögel lieben die Stelle. Doch hier hatte ich noch nie trockenes Land gesehen!
Jetzt, Anfang Oktober, ist die Insel immer noch dort – nur das Fahrrad ist weggeschafft worden.

Auf diesem Bild ist die Lage relativ zu Brücke und Ufer erkennbar:

An Land in der Neckarstadt West, neben derselben Brücke, ist die Trockenheit ebenso extrem:

Mein Fazit: die Trockenheit hat nicht nachgelassen. Jeder weitere Tag, an dem sich diese Bilder gleichen, bedeutet eine Verschärfung der Dürre, die ganz offensichtlich durch menschengemachten Klimawandel gefördert wird. Wer sich dieser Wahrheit verschließt, steckt den Kopf in den Sand.

Das ist schlimm. Rheinaufwärts am Bodensee sieht es nicht besser aus. Anlegestege stehen im Trockenen. Man läuft über breite Strände bis das Wasser beginnt. Bei 20 Grad kann man noch gut schwimmen gehen – am 4. Oktober!